Der T-Stiel kommt
Älter als 7 Tage

Lufthansa plant Ausbauprojekt am Flughafen München

Flughafen München T2-Satellit
Flughafen München T2-Satellit, © Lufthansa

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FRANKFURT - Lufthansa will eines ihrer beiden deutschen Interkont-Drehkreuz für die 2030er Jahre ausbauen. Die Entscheidung fällt auf München - der Konzern wird dort zusammen mit dem Flughafenbetreiber den T2-Satelliten um einen Anbau erweitern. Fraport nimmt das Vorhaben gelassen auf.

T2-Ausbau in München oder ein T1/T2-Joint-Venture in Frankfurt: Lufthansa will sich nur an einem ihrer deutschen Drehkreuzen weiter ausbreiten.

"Für beide (Lösungen) haben wir keinen Bedarf", hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr gerade klargestellt. Lufthansa werde nur an einem Flughafen "so stark wachsen, dass wir eine dieser beiden Infrastrukturerweiterungen brauchen".

Jetzt legt sich Lufthansa auf München fest. Lufthansa will mit einer Vergrößerung des Münchner Flughafens ihre Kapazität im internationalen Flugverkehr um bis zu zehn Millionen Passagiere pro Jahr erhöhen. Der Erweiterungsbau des von der Lufthansa mitbetriebenen Terminals 2 soll im Jahr 2035 in Betrieb gehen.

Das sagte Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr bei einem Festakt zum hundertjährigen Bestehen der größten deutschen Fluggesellschaft.

Das Gemeinschaftsunternehmen der Lufthansa mit dem Münchner Flughafen wird nach Worten des Lufthansa-Chefs bis zum Jahr 2056 verlängert. Zur Höhe der notwendigen Investitionen sagte Spohr vor mehreren hundert Gästen bei dem Festakt nichts.

München ist nach Frankfurt die zweite Drehscheibe der Lufthansa für den internationalen Flugverkehr, zwei Drittel der Passagiere sind Umsteiger, die von anderen Flughäfen kommen. Anders als in Frankfurt ist die Lufthansa jedoch Mitbetreiberin des zweiten Münchner Terminals. Damit hat das Unternehmen größere Möglichkeiten, Planung und Betrieb nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.

"Luftfahrt ist und bleibt eine Wachstumsbranche", begründete Spohr die Ausbaupläne. Bei der Eröffnung des Münchner Flughafens 1992 seien 14 Millionen Passagiere pro Jahr erwartet worden, sagte der Lufthansa-Chef - im vergangenen Jahr waren es dann über 43 Millionen.

Lufthansa und der Münchner Flughafenbetreiber FMG unterhalten das T2 in einem 40/60-Joint-Venture, der "Terminal 2 Gesellschaft". 2019 hatten Lufthansa und Flughafen ein Erweiterungsmodell für den T2-Satelliten skizziert.

T2-Satellit mit Ausbaureserve

Das Satellitengebäude hatte bei der Inbetriebnahme 2016 die T2-Kapazität von 25 auf 36 Millionen Jahrespassagiere erhöht. Ein im rechten Winkel vom T2-Satelliten nach Osten abgehender Ast, der sogenannte "T-Stiel", soll die T2-Kapazität um weitere 10 Millionen Passagiere erweitern.

Lufthansa und FMG hatten das T-Stiel-Projekt 2019 mit einer Absichtserklärung bereits in Angriff genommen, bevor die Pandemie die Planungen 2020 abrupt stoppte.

Auf Nachfrage von aero.de hatte der Flughafen München zuletzt bestätigt, "dass das Projekt zur Erweiterung des T-Stiels am Satellitengebäude von der FMG und der Lufthansa wieder aufgenommen wurde".

In Frankfurt wollte Lufthansa Flughafenbetreiber Fraport von einem Betreiber-Joint-Venture nach Münchner Vorbild bei der anstehenden Zusammenlegung des Terminal 1 und Terminal 2 zu einer großen Spielwiese für Lufthansa- und Star-Alliance-Airlines überzeugen. Der Ideenaustausch zwischen Fraport und Lufthansa verlief im Sand.

Schulte: Fraport hatte Lufthansa T2-Joint-Venture angeboten

"Wir sind da sehr klar - es gibt keine Gespräche zwischen uns und Lufthansa über ein Joint Venture", sagte Fraport-Chef Stefan Schulte vergangene Woche in Frankfurt. Fraport habe Lufthansa "vor etwa einem Jahr" zwar ein Joint Venture für das künftige T2 angeboten, "das lag für sie (Lufthansa) aber zu weit in der Zukunft".

Am Flughafen München zeichnen sich laut Schulte Kapazitätsengpässe ab, die einen weiteren T2-Ausbau rechtfertigen. Lufthansa werde "mit dem Markt" auch in Frankfurt weiter wachsen können. Schulte verwies auf den 2027 geplanten Umzug von Condor ins T3, der im T1 sofort Kapazität für Lufthansa und die Star Alliance freisetzen werde.

Während Lufthansa am Flughafen München auf bestehende Joint-Venture-Strukturen mit dem öffentlichen Betreiberkonsortium zurückgreifen kann, hätte in Frankfurt ein Joint Venture mit Fraport erst aufgesetzt werden müssen.
© aero.de, dpa | Abb.: FMG | 23.03.2026 08:33

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Beitrag vom 24.03.2026 - 09:08 Uhr
Nun ja: Aufsichtsratsvorsitzender ist Herr Albert Füracker als Vertreter des Mehrheitseigner, also der Freistaats Bayern, soviel zu den von Ihnen erträumten Fakten. Also eben doch nur Grünen-Bashing.
Da hatte ich mich tatsächlich verschrieben, meinte natürlich Aufsichtsratmitglied. Wird dadurch aber nicht unwahrer... und welcher Teil soll daran "Grünen-Bashing" sein? Dass die Grünen jeglichen Ausbau von MUC ablehnen? Hatten sie ja erst wieder ein paar Tage vor der Kommunalwahl groß verkündet. Das sind banale Fakten, wenn du das als Bashing siehst solltest du mal im Duden nachschlagen, was dieses Wort bedeutet.
Ach ja, die altbekannte Ausrede, es seien ja "nur Fakten". Wenn man sie jedoch so selektiv serviert, dass sie exakt ins eigene Weltbild passen, nennt man das eben nicht "Sachlichkeit", sondern Stimmungsmache. Dass die Grünen einen uneingeschränkten Ausbau des Münchner Flughafens ablehnen, ist richtig – aber zu behaupten, sie würden jeglichen (!!!) Ausbau blockieren, ist schlicht falsch. Modernisierung der Infrastruktur, effizientere Abläufe, bessere Bahnanbindung – all das wird von grüner Seite seit Jahren mitgetragen. Nur beim nächsten Betonfeld auf der grünen Wiese ist eben Schluss.
Und wer meint, die Grünen stünden mit dieser Haltung allein da, sollte vielleicht auch einen Blick auf die Freien Wähler werfen: Die lehnen die dritte Startbahn ebenfalls klar ab – und das nicht aus ökologischer Ideologie, sondern mit Verweis auf Lärmbelastung, Flächenverbrauch und zweifelhafte Verkehrsprognosen. Und die sitzen ebenfalls im Aufsichtsrat!
Und was den Verweis auf den Duden betrifft: Vielleicht hilft ein Blick hinein, um zu erkennen, dass "Bashing" nicht vom Inhalt, sondern vom Ton lebt – dem Ton, mit dem man politische Positionen herabsetzt, statt sie auseinanderzunehmen. Wer komplexe Abwägungen auf eine platte Ablehnung reduziert, will nicht informieren, sondern provozieren. Das mag Klicks bringen, aber keine ehrliche Debatte.

Beitrag vom 24.03.2026 - 08:26 Uhr
Kann man nur hoffen, dass der neue OB Krause von den Grünen hier nicht reingrätscht.

Hat nicht LH mit ihren Ausbauplänen, den Erdrutschsieg erst möglich gemacht?
Was für ein Unsinn. Da darf man sich bei bisherigen OB Reiter bedanken. Dilettantischer hat schon lange kein Politiker seine Nebenjobs verheimlichen wollen. LH und MUC haben damit gar nichts zu tun.
Beitrag vom 24.03.2026 - 08:24 Uhr
Nun ja: Aufsichtsratsvorsitzender ist Herr Albert Füracker als Vertreter des Mehrheitseigner, also der Freistaats Bayern, soviel zu den von Ihnen erträumten Fakten. Also eben doch nur Grünen-Bashing.
Da hatte ich mich tatsächlich verschrieben, meinte natürlich Aufsichtsratmitglied. Wird dadurch aber nicht unwahrer... und welcher Teil soll daran "Grünen-Bashing" sein? Dass die Grünen jeglichen Ausbau von MUC ablehnen? Hatten sie ja erst wieder ein paar Tage vor der Kommunalwahl groß verkündet. Das sind banale Fakten, wenn du das als Bashing siehst solltest du mal im Duden nachschlagen, was dieses Wort bedeutet.


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