Tarifkonflikt
Älter als 7 Tage
Lufthansa: ÜV und Betriebsrente verschmelzen
FRANKFURT - Die Piloten der Lufthansa-Kernmarken fordern von Lufthansa mehr Geld für Betriebsrenten. Lufthansa sieht dafür keinen Spielraum - hat aber eine Idee. Lufthansa regt an, die Übergangsversorgung (ÜV) der Piloten in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) der Piloten aufgehen lassen. Cockpit will das prüfen.
Hinter Lufthansa und Vereinigung Cockpit liegen jetzt zwei Streikrunden bei Lufthansa und Lufthansa Cargo.
In den Kernbetrieben will die Pilotengewerkschaft höhere Betriebsrenten erwirken. Für einen Beispielpiloten soll Lufthansa künftig statt 800 Euro rund 2.600 Euro pro Monat in die bAV-Fonds einzahlen - und damit eine aus Sicht der Gewerkschaft bisher eher dürftige Rendite der Anlagen ausbügeln.
Lufthansa beziffert die Mehrkosten auf rund 228 Millionen pro Jahr - und hatte die Forderung angesichts hauchdünner Kernmargen bereits 2025 als
"schlichtweg nicht bezahlbar" zurückgewiesen. Jetzt tritt Lufthansa mit einem Gegenvorschlag an die VC heran.
"Gesamtpaket Versorgung"Lufthansa hat ein "Gesamtpaket Versorgung" modelliert, "das eine Überführung der Übergangsversorgung (ÜV) in die betriebliche Altersvorsorge (bAV) enthält", teilte Lufthansa am Dienstag in Frankfurt mit. Die ÜV, die Lufthansa-Piloten in der Regel zwischen 55 und 60 Jahren den Vorruhestand ermöglicht, soll dabei in der bAV aufgehen.
"Die Gewerkschaft stellt öffentlich die Versorgung beispielsweise der KLM oder British Airways als vorbildlich dar", teilte Lufthansa mit. "Diese Wettbewerber haben ein integriertes Versorgungssystem und kommen ohne eine separate ÜV aus."
Lufthansa hält die Übergangsversorgung im Cockpit für überholt. Die Leistung habe "insbesondere den Nachteil, dass sie für die Kolleginnen und Kollegen verfällt, die aufgrund ihrer Karriere oder ihrer individuellen Lebensplanung bis zum Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze fliegen", argumentiert Lufthansa.
Piloten, "die absehbar vor der ÜV stehen", müssten gleichwohl auf die Versorgung vertrauen können.
Überschlägig könnte mit einer Überführung der ÜV eine Verbesserung der bAV "um bis zu 50 Prozent" darstellbar sein, rechnet Lufthansa vor. "Das würde die Kosten für das Unternehmen für die Versorgungssysteme in Summe nicht erhöhen, die bAV aber substanziell verbessern."
Tarifverträge zur Alters- und Übergangsversorgung offenLufthansa verweist auf eine ähnliche Neumodellierung der Versorgungsleistungen mit der Lufthansa-Kabine. Cockpit hatte nach dem Tarifvertrag zur Altersversorgung im Mai 2025 auch den Tarifvertrag zur Übergangsversorgung gekündigt.
Den Lufthansa-Vorstoß zum "Gesamtpaket Versorung" will Gewerkschaft jetzt im Detail bewerten. "Unsere Tarifkommission wird sich mit dem Vorschlag beschäftigten", sagte eine Cockpit-Sprecherin aero.de am Dienstag.
Die Betriebsrenten sind ein tarifpolitischer Dauerbrenner im Konzern: 2017 wurde das System von einer garantierten Auszahlungssumme auf eine garantierte Einzahlungssumme umgestellt. Das Zinsrisiko ging damit vom Konzern auf die Piloten über. Renditerechnungen haben sich seither nicht erfüllt, kritisiert Cockpit.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 17.03.2026 11:25
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Beitrag vom 18.03.2026 - 16:22 Uhr
Die Kabine hat für sich ja ein Modell gefunden, wie man mit der Auslösegrenze 55 umgehen kann und eingesparte Auszahlung a. weiter wachsen lassen kann um dann b. als Zuschuss der AV auszahlt. Vielleicht ist das ja ein Weg, der auch für das Cockpit funktionieren könnte. Da ist noch lange nicht alles gesagt.>
Richtig, in der Kabine hat aber jeder seinen Topf bekommen, gesichert, nicht verfallbar. Ich fürchte, dass wäre im Cockpit kaum zu finanzieren. Aber auch in der Kabine war nicht alles Gold, was glänzt. Und von denen, die zwischen alter und neuer Versorgung wählen konnten, war häufig die alte Versorgung besser, als das neue Modell.
Ja, sicher, aber das sind Details der Ausgestaltung. Es geht hier ja um die Kreativität im Denken, um aus der festgefahreren Situation wieder rauszukommen. Mit dem, was man sich nicht vorstellen könnte, kommt man jedenfalls nicht weiter.
Am Ende mag das neue Modell für alle flexibler in der Auszahlung sein, aber weniger in der Leistung, wenn ich mich recht entsinne Daher wird die VC bestimmt mehrere Tachenrechner bemühen, wenn sie dieses Angebot bewertet.
Beitrag vom 18.03.2026 - 08:41 Uhr
Das ist ja zumindest mal ein Vorschlag, den man grundsätzlich diskutieren kann. Bisher waren diejenigen, die bis 65 geflogen sind halt 10 Jahre für etwa ein halbes Gehalt Vollzeit unterwegs und LH hat sich gefreut. In der Zeit waren sie daher kaum teuerer Unterwegs, als ein junger Kapitän. Die Frage für die VC wird sein, wie man mit Fluguntauglichkeiten zwischen 55 und 65 umgeht und noch viel interessanter, wird diese zusätzliche Einzahlung auch Insolvenzgesichert, wie die derzeitige Betriebsrente. Kann ich mir kaum vorstellen, da man hierfür wieder bilanzielle Rückstellungen bilden müsste, die man nun eher gerne auflösen, als ausbauen möchte. Zudem müssten wohl auch erheblich höhere Beiträge in den Pensionssicherungsfond eingezahlt werden, der heute schon bei einer Insolvenz der LH kaum über ausreichend Mittel verfügen soll, die dann entstehenden Ansprüche zu 100% zu bedienen.
Die Kabine hat für sich ja ein Modell gefunden, wie man mit der Auslösegrenze 55 umgehen kann und eingesparte Auszahlung a. weiter wachsen lassen kann um dann b. als Zuschuss der AV auszahlt. Vielleicht ist das ja ein Weg, der auch für das Cockpit funktionieren könnte. Da ist noch lange nicht alles gesagt.>
Richtig, in der Kabine hat aber jeder seinen Topf bekommen, gesichert, nicht verfallbar. Ich fürchte, dass wäre im Cockpit kaum zu finanzieren. Aber auch in der Kabine war nicht alles Gold, was glänzt. Und von denen, die zwischen alter und neuer Versorgung wählen konnten, war häufig die alte Versorgung besser, als das neue Modell. Am Ende mag das neue Modell für alle flexibler in der Auszahlung sein, aber weniger in der Leistung, wenn ich mich recht entsinne Daher wird die VC bestimmt mehrere Tachenrechner bemühen, wenn sie dieses Angebot bewertet.
Beitrag vom 18.03.2026 - 07:38 Uhr
Das ist ja zumindest mal ein Vorschlag, den man grundsätzlich diskutieren kann. Bisher waren diejenigen, die bis 65 geflogen sind halt 10 Jahre für etwa ein halbes Gehalt Vollzeit unterwegs und LH hat sich gefreut. In der Zeit waren sie daher kaum teuerer Unterwegs, als ein junger Kapitän. Die Frage für die VC wird sein, wie man mit Fluguntauglichkeiten zwischen 55 und 65 umgeht und noch viel interessanter, wird diese zusätzliche Einzahlung auch Insolvenzgesichert, wie die derzeitige Betriebsrente. Kann ich mir kaum vorstellen, da man hierfür wieder bilanzielle Rückstellungen bilden müsste, die man nun eher gerne auflösen, als ausbauen möchte. Zudem müssten wohl auch erheblich höhere Beiträge in den Pensionssicherungsfond eingezahlt werden, der heute schon bei einer Insolvenz der LH kaum über ausreichend Mittel verfügen soll, die dann entstehenden Ansprüche zu 100% zu bedienen.
Die Kabine hat für sich ja ein Modell gefunden, wie man mit der Auslösegrenze 55 umgehen kann und eingesparte Auszahlung a. weiter wachsen lassen kann um dann b. als Zuschuss der AV auszahlt. Vielleicht ist das ja ein Weg, der auch für das Cockpit funktionieren könnte. Da ist noch lange nicht alles gesagt.
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Richtig, in der Kabine hat aber jeder seinen Topf bekommen, gesichert, nicht verfallbar. Ich fürchte, dass wäre im Cockpit kaum zu finanzieren. Aber auch in der Kabine war nicht alles Gold, was glänzt. Und von denen, die zwischen alter und neuer Versorgung wählen konnten, war häufig die alte Versorgung besser, als das neue Modell.
Ja, sicher, aber das sind Details der Ausgestaltung. Es geht hier ja um die Kreativität im Denken, um aus der festgefahreren Situation wieder rauszukommen. Mit dem, was man sich nicht vorstellen könnte, kommt man jedenfalls nicht weiter.
Am Ende mag das neue Modell für alle flexibler in der Auszahlung sein, aber weniger in der Leistung, wenn ich mich recht entsinne Daher wird die VC bestimmt mehrere Tachenrechner bemühen, wenn sie dieses Angebot bewertet.
Die Kabine hat für sich ja ein Modell gefunden, wie man mit der Auslösegrenze 55 umgehen kann und eingesparte Auszahlung a. weiter wachsen lassen kann um dann b. als Zuschuss der AV auszahlt. Vielleicht ist das ja ein Weg, der auch für das Cockpit funktionieren könnte. Da ist noch lange nicht alles gesagt.>
Richtig, in der Kabine hat aber jeder seinen Topf bekommen, gesichert, nicht verfallbar. Ich fürchte, dass wäre im Cockpit kaum zu finanzieren. Aber auch in der Kabine war nicht alles Gold, was glänzt. Und von denen, die zwischen alter und neuer Versorgung wählen konnten, war häufig die alte Versorgung besser, als das neue Modell. Am Ende mag das neue Modell für alle flexibler in der Auszahlung sein, aber weniger in der Leistung, wenn ich mich recht entsinne Daher wird die VC bestimmt mehrere Tachenrechner bemühen, wenn sie dieses Angebot bewertet.
Die Kabine hat für sich ja ein Modell gefunden, wie man mit der Auslösegrenze 55 umgehen kann und eingesparte Auszahlung a. weiter wachsen lassen kann um dann b. als Zuschuss der AV auszahlt. Vielleicht ist das ja ein Weg, der auch für das Cockpit funktionieren könnte. Da ist noch lange nicht alles gesagt.